Würzburger Appell für den Frieden auf dem Balkan

Krieg ist keine Lösung,
Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg


Die Menschen Würzburgs erinnern sich an den 16. März 1945 und wissen aus
dieser Erfahrung, daß jeder Krieg mit Leid und Vertreibung verbunden
ist.

Das Würzburger Friedensbündnis, zusammengesetzt aus Pazifisten und
anderen Kriegsgegnern, protestiert gegen die derzeitigen
Kriegshandlungen auf dem Balkan.

Wir verurteilen die Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen, die in
diesem Krieg von allen Seiten begangen werden. Der Militäreinsatz der
NATO trägt nicht dazu bei, das Leiden der Menschen im Kosovo zu beenden,
vielmehr führt er zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage in der
Region und ist unvermeidlich mit der Tötung vieler unschuldiger Menschen
verbunden. Der bereits diskutierte Einsatz von Bodentruppen wird von uns
strikt abgelehnt. Er würde zu einer weiteren Eskalation des
Blutvergießens und der internationalen Konflikte führen.

Notwendig sind neue Verhandlungen unter der Federführung der UNO.
Ein Diktat der NATO als Kriegspartei wird keinen Frieden bringen können.

Zur Linderung der Not der Menschen sind großangelegte humanitäre
Hilfsmaßnahmen und eine großzügige Aufnahme von Flüchtlingen,
Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern erforderlich.

Wir fordern alle Beteiligten auf, ihre Kampfhandlungen sofort
einzustellen.

Von der Bundesregierung und vom Bundestag verlangen wir:

die sofortige Beendigung der Nato-Bombardierungen einer politischen Lösung ist unbedingt Vorrang zu geben.

die Unterstützung der Friedensbemühungen u.a. durch die Einberufung einer Balkankonferenz zur nichtmilitärischen Konfliktbewältigung.

die Sicherung der Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat durch die Organisation eines internationalen Schutzes.

ein langfristiges Wiederaufbauprogramm für die vom Krieg betroffenen Länder.

Die Förderung und Unterstützung von zivilen Organisationen die für ein friedliches Zusammenleben arbeiten.

Gewalt bringt nur weitere Gewalt hervor.

Wir bitten Sie, sich für den Vorrang friedlicher Wege einzusetzen.
Wenn die Menschheit überleben will, muß sie lernen, Konflikte auf allen
Ebenen mit ausschließlich friedlichen Mitteln auszutragen.


Unterstützen diesen Appell mit Ihrer Unterschrift!

Erstunterzeichner Wolfgang Zecher, Sprecher und Jürgen Herberich,
Geschäftsführer - Bistumsstelle Würzburg

herberich@gmx.de



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