15. 12. 1998 (Quelle: Main Echo)
»Alle 20 Minuten explodiert irgendwo in den Krisenregionen dieser Welt eine Landmine.« Diese hierzulande weitgehend verdrängte Tatsache prangert Pax Christi Aschaffenburg mit einer Ausstellung an, die noch bis 30. Dezember in der Stadtbibliothek zu sehen ist.
Daß weltweit über 10000 Menschen im Jahr von Landminen getötet werden, weitere 20000 schwere Verletzungen und Verstümmelungen durch diese heimtückischen Waffen davontragen, ist die erschreckende Botschaft der Bilder- und Dokumentenschau, die von der Kampagne »Produzieren für das Leben Rüstungsexporte stoppen« erarbeitet wurde (unser Bild zeigt eine aus Prothesen gefertigte Skulptur). 
»Gute Minen gibt es nicht!« Das Motto der Ausstellung wird auf Schautafeln belegt, die zeigen, daß die Welt ein Minenfeld ist. Zentraler Kritikpunkt: Politische Forderungen nach Ächtung der Anti-Personen-Minen werden durch Millionenzuschüsse für weitere Minenforschung widerlegt.
So wird Ex-Bundesaußenminister Klaus Kinkel vorgeworfen, in seinem letzten Etat zwar 13 Millionen Mark für humanitäre Minenräumung bewilligt, auf der anderen Seite aber 110 Millionen für Forschung, Entwicklung und Produktion von modernen Minenkampfsystemen bereitgestellt zu haben.
In diesem Zusammenhang stellen die Veranstalter die Frage, »wer heute noch von der Minenproduktion in Deutschland profitiert«. Sie belassen es nicht bei Kritik: Unter dem Motto »Handeln ist gefragt« werden die Vorhaben der Kampagne vorgestellt.
Das Begleitprogramm zur Ausstellung sieht am Freitag, 18. Dezember, 19 Uhr ein Ökumenisches Friedensgebet in der Aschaffenburger Muttergottes-Pfarrkirche vor.
Unterstützt wird die Ausstellung »Gute Minen gibt es nicht« unter anderem vom Nord-Süd-Forum, den Grünen, Medico International, Bündnis gegen Rechts, Martinushaus, dem katholischen und evangelischen Dekanat, von SPD, Frauen-Union sowie der KAB.
Foto: László Ertl